Songpoet Torsten Riemann eröffnet Saison in Friedersdorf
Märkische Oderzeitung (MOZ) vom 14. Januar 2008
von Ines Rath
Riemann's Zuhörer sind begeistert, weil sie sich in den mehr als zwei Stunden ohne
Pause nicht eine Minute gelangweilt haben. Sie erleben unter dem Titel
"Endlos Leben" ein Wechselbad der Gefühle und ein so
abwechslungsreiches Programm, dass sich am Ende mancher fragte: Ist das
alles ein und derselbe Künstler? Nicht nur drei Instrumente spielt
Torsten Riemann - im Wechsel Gitarre, Akkordeon und Klavier. Er singt
Chansons, streitbare, kämpferische und sehr gefühlvolle, ganz
persönliche Lieder. Beim "pontifikalen Werk" seiner Schlagerkunst
schließlich ist der Höhepunkt der kabarettistischen Einlagen an diesem
Abend erreicht: Bei der "Cover-Version" von "Only you" und Co. biegt
sich das Publikum vor Lachen...
Songpoet Torsten Riemann in der Comédie
Märkische Allgemeine vom 06. März 2006
Seine Lieder sind Zartcreme für alle Traurigen, Verzweifelten und
Enttäuschten. Sie sind mit Ausrufezeichen versehene Verweise auf die
schönen Dinge des Leben für all jene, die sich im Trott des Alltags
verloren haben, und Ermutigungen, den Kreislauf der Routine zu
unterbrechen. Torsten Riemann singt Liebeserklärungen an das Leben. Der
Berliner Songpoet stellte am Samstag Abend in der Comédie Soleil seine
neue CD "Endlos leben!" vor. Der Titel zieht sich als roter Faden durch
alle Texte, wobei "endlos" mehr eine Metapher für die Intensität denn
für das Temporale der menschlichen Existenz darstellt. Die Texte
Riemanns sind entwaffnend offen, nehmen kein Blatt vor den Mund und
benennen menschliche Schwächen nicht als Stigmen, sondern als
natürliches Beiwerk zum Individuum. Von Gitarre und Klavier, auch vom
Akkordeon begleitet, erzählt Riemann Geschichten der inneren Biografie.
Sie spiegeln alle Phasen möglicher Befindlichkeiten wider, spielen mit
existentialistischen Momenten zwischen Leben, Liebe und Tod. Sie
handeln von der Einsamkeit des Zusammenseins, dem Unvermögen, das
eigene Spiegelbild auszuhalten, dem befreienden Gefühl nach einem
Beziehungsende, die Dinge wieder allein genießen zu können.
Riemann tastet sich auch an sensible Themen heran. So wird in
einem Lied aus einem vermeintlichen einfachen Wiedersehen einer alten
Liebe ein Abschied für immer, weil der einst geliebte Mensch inzwischen
schwer gezeichnet ist durch die "vier Buchstaben, die jeden Menschen
töten".
An anderer Stelle wieder relativiert Riemann jeden Kummer, sagt
dem "gebrannten Kind" voraus, ein König zu werden. Er singt Hommagen an
die "Träumer und Chaoten", auf deren Wunder man sich einlassen solle,
erzählt von der Angst, "wie die Leute herumzulaufen, die ihren Frust
wie Modeschmuck spazieren tragen", ermuntert, ins Narrenboot mit
einzusteigen und nicht die Sünden zu verschlafen, berichtet von der
Endstation Sehnsucht, an der man aussteigen sollte, wenn das Konto das
einzige bleibt, was sich bewegt.
Riemann fängt das Publikum mit seiner Leidenschaftlichkeit ein,
nimmt es für sich ein, ohne ihm nach dem Mund zu reden. Liebevoll und
warm malt er Situationen und Menschen seiner Lieder aus, ohne
einzulullen. Er appeliert an das Füreinanderdasein, an die
Genügsamkeit, an die Lebenslust, an das Teilenkönnen - auch von Glück.
Dabei kommt er ohne jede künstliche Dramatik aus. maja
Loslassen
Potsdamer Neueste Nachrichten vom 06. März 2006
von Astrid Priebs-Tröger
Liedermacher Torsten Riemann in der Comédie Soleil
Dieser Mann ist ein Kraftmensch. Nicht nur äußerlich. Fast zwei
Meter groß, mit athletischer Figur und blauen Strahlaugen. Der Berliner
Torsten Riemann ist auch ein leidenschaftlicher Musiker und Sänger, mit
ansteckendem Witz und viel Esprit. Am Samstagabend stellte er in der
Potsdamer Comédie Soleil seine neueste CD „Endlos leben“ vor.
Es ist „erst“ seine siebte, obwohl er seit mehr als zwanzig Jahren
auf der Bühne steht. Doch der charismatische Liedermacher, der sich
auch in unserer schnelllebigen Zeit das Recht nimmt, „seine Lieder
selbst zu leben“, steht dazu. Mit Charme und einer gehörigen Portion
Koketterie bezeichnet sich der 42-Jährige als „junges Talent".
Man merkt schnell, er selbst ist noch lange nicht angekommen, ist
weiter unterwegs, lebt mehr das Sein als das Haben. Dabei scheinen
Singen und Musizieren die ihm gemäßen Daseinsformen zu sein, zum
Überleben tun es dann auch Taxi fahren, Kellnern und Kranke pflegen.
Oder auch Jobs als Rhetoriktrainer, Moderator oder Konzertveranstalter.
Und so strahlen seine erzählten Geschichten eine starke Authentizität
aus, erzählen auch auf dieser CD vom ganz normalen Leben mit allen
seinen Höhen und Tiefen. Nichts wird ausgespart, alles bis auf den
Grund ausgekostet: Die Liebe und der Schmerz, das Blühen und das
Vergehen, der Augenblick und die Ewigkeit. Das fühlt sich kräftig,
zupackend und energisch an. Egal, ob er ein Liebeslied singt oder über
das Sterben eines aidskranken Gefährten...
I...Immer lebensbejahend und beinahe wie ein Mantra wiederholt er
in seinen Liedern und Chansons dieses eine Thema in vielen
verschiedenen Variationen: „Einfach leben, jetzt und hier nur da sein,
füreinander wahr sein und dann mühelos vergehen.“ Und er spricht dabei
eine klare Sprache, der man sich kaum entziehen kann: Unverblümt,
nachdrücklich und schnörkellos. Nichts zum Ankuscheln und Träumen, aber
gut zum Wachwerden und Auftanken. Überhaupt nichts übrig hat der
Querdenker aus Leidenschaft für die Satten und Saturierten, doch auch
die Jammerlappen und ewig Zögerlichen bekommen ihr Fett weg. Nicht ohne
die Ermunterung: „Hör endlich auf, fang endlich an!" Nämlich zu leben.
Und das endlos, in jeder Sekunde und jeder Stunde.
Fast ist man am Ende des Konzerts beschämt ob der eigenen, von
Zeit zu Zeit auftretenden Kleinmütigkeit. Einfach leben? Riemanns
Lieder haben auch hierfür einen Schlüssel: Loslassen, dem Wind trauen,
sich dem Leben in den Schoß legen. Einfach leben!
“Endlos leben” mit Torsten Riemann
von Heike Stachowiak
Märkische Oderzeitung vom 30. Januar 2006
Seine Texte erzählen vom Leben, ohne Schnörkel. Seine Lieder
leben, sind gelebtes Leben. Wohl deshalb traf Torsten Riemann am
Freitagabend den Nerv der Bad Freienwalder. Zwei Stunden sorgte der
Berliner Sänger bei seinem ersten Konzert in Sankt Georg für
Gänsehaut-Feeling. Da schienen selbst die kühleren Temperaturen reine
Nebensache zu sein.
Von Anfang an war Riemann mit den Gästen auf Du und Du. Seine
Lieder, ein Großteil ist Bestandteil seiner neuen CD "Endlos Leben",
bedurften keiner Erklärung. Jeder verstand die Sprache des Künstlers.
Musikalisch ausdrucksstark, abwechselnd auf der Gitarre, dem Klavier
oder dem Akkordeon begleitend, sang, ja schrie sich der "Meister der
Zwischentöne" in die Herzen der Zuhörer. Er sang vom Leben und vom
Sterben, der Angst vorm Alleinsein, vom Hassen und Nehmen, von Höhen
und Tiefen. "Manchmal muss man ganz unten sein, um wieder nach oben zu
kommen", sprach er aus eigener Erfahrung ...
...Die neue CD erzählt aber auch von den Sehnsüchten der Menschen
nach Wärme und Zuneigung und reicht den Appell weiter, sich selbst treu
zu bleiben. Natürlich spart Torsten Riemann die Liebe nicht aus.
"Einmal einfach lieben, spüren und nicht das Glück zerreden", heißt u.
a. eine Liedzeile. Ein anderer Song spricht von der unerhofften
Freiheit nach einer Trennung.
Riemann blieb seinem
Publikum am Freitag keine Antwort auf die Fragen des Lebens schuldig.
Ein Meister der zarten Zwischentöne
Torsten Riemann in der Kulturschmiede Greven
Westfälische Nachrichten vom 25. April 2005
von Axel Engels
"...Ob am Klavier, Akkordeon oder Gitarre, er wählt jederzeit mit traumwandlerischer Sicherheit das passende Instrument.
Hinter den Dingen verbirgt sich für ihn eine Wahrheit, der es nachzuspüren gilt.
Dieser Sänger braucht nur ein Chanson, aber seine Zuhörer müssen
mitdenken. Unbequem, querdenkerisch und leidenschaftlich verzaubert er
die Kulturschmiede, mit Liedern, die unter die Haut gehen...."
Singen, bis der Laden voll ist!
von Gerold Paul
Potsdamer Neueste Nachrichten vom 18. April 2005
“...Der Berliner scheint die unsichtbare Grenze vom „Liedermacher“
zum Chansonier längst überschritten zu haben. Wenn er seine Schöpfungen
vorträgt, schaut er den Leuten in die Augen. Absolute Bühnensicherheit,
kraftvolle Stimme vom ersten bis zum letzten Part, perfekte
Beherrschung von Gitarre, E-Piano und Akkordeon zur Begleitung, dazu
über mehr als zwei Stunden Substanz, welche sich, ganz irdisch, um
Liebe, Tod und Leben drehte..
...Riemann scheint jemand zu sein, der einfach nicht satt wird. Nach
altindischer Lehre würde man ihm den Status permanenter Leidenschaft
zuordnen müssen, gleichweit vom Himmel und dessen Gegenteil entfernt.
„Alles ist möglich, doch wo ist der Sinn?“ fragt er mit blitzenden
Augen in die Runde. Eine durch und durch dynamische Person, so extensiv
wie intensiv im Ausdruck, poetisch im Wort, melodisch in seiner Musik,
begeistert vom Chanson und seinem Vorbild Jaques Brel, welchem er mit
zwei Kontrafrakturen originell huldigte. Vielleicht auch ein Verführer,
ein Aufwiegler der Schwachen und Gleichgültigen, der „vom Weltschmerz
Infizierten“: „Aus Angst davor, zu weinen, hören wir auf zu lachen“. Er
singt für jedermann und alle Lebenslagen...”
Ein musikalisches Kraftpaket
von Bärbel Kloppstech
Märkische Oderzeitung vom 22. Februar 2004
"...Riemann ist ein Kraftpaket an Musikalität, wenn er auf der
Bühne, sich im fliegenden Wechsel am Klavier, auf der Gitarre und auf
dem Akkordeon begleitend, seine Stimme erhebt voll unbändiger Lust am
Leben, zu leben und zu lieben."
Das Anecken gewohnt
von Ursula Maier-Eichhorn
Süddeutsche Zeitung Nr. 115 vom 20. Mai 2003
"...Riemann ist keiner der sich anbiedert, der geschmäcklerisch
Rücksicht nimmt auf das Publikum.
Seine Texte, gnadenlos deutlich und
voll tiefer Einsichten, erfordern ständig waches, konzentriertes
Mitdenken. Träumerisches, genussvolles Zurücklehnen beim Zuhören ist
nicht vorgesehen, auch wenn die musikalische Gestaltung seiner Lieder
ausdrucksstark und voller Abwechslung ist."
Torsten Riemann im Stalburg-Theater Frankfurt
von Christoph Schütte
Frankfurter Allgemeine vom 08. Februar 2002
"...Es ist vor allem die Lust am Leben, trotz alledem, die Riemann in seinen meist selbst geschriebenen Liedern besingt.
"Morgen nehm' ich mir mein Leben und geb' es nie wieder her", lautet folglich sein Credo. Und man glaubt es ihm.
...Den stärksten Eindruck hinterlassen jene Balladen, in denen er
seiner "Lieblingsfarbe Bunt" eindrucksvolle Schattenbilder in
Schwarzweiß gegenüber stellt: Diese Traurigkeit, mit der er eine alte
Liebe besingt, die von Aids gezeichnet ist, die Angst vor dem
Alleinsein in der Stunde des Todes. Immer wieder setzt Riemann das
Akkordeon oder den Flügel ein, um die Perlen milder Melancholie glänzen
zu lassen. Dann singt er nachdenklich von dem Moment, von der "Ahnung
vom Glück", die bleibt, wenn man geht."
Liebe als Zustand
von André Krellmann
Süddeutsche Zeitung vom 25./26. November 2000
"...Doch im Mittelpunkt von Torsten Riemanns Themenkatalog steht
die Liebe. Eine Fülle wunderschöner, immer neuer und anders gearteter
Liebeslieder hat er in seinem Programm. Kaum zu glauben, dass das keine
Sekunde, keinen Takt lang langweilig wird, denn Liebe ist bei Riemann
keine romantische, verträumte Attitüde mit Schlagerqualitäten, sondern
ein Zustand."







